Resilienz stärken durch Ernährung – was uns die Psychoneuroimmunologie lehrt

Ein Ritual für Resilienz: Mein bunter Salat am Abend

Fast jeden Abend nehme ich mir Zeit für ein kleines Ritual: Ich bereite mir einen besonders bunten, frischen und abwechslungsreichen Salat zu. Dabei gibt es kein starres Rezept, aber eine klare Intention: möglichst viele Farben und Nährstoffe auf den Teller zu bringen. Rohes Gemüse, manchmal gegarte Reste vom Vortag, unterschiedliche Texturen, immer aber farbenfroh und abwechslungsreich. Dieses Ritual hat nicht nur den Vorteil, mich mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen, sondern schenkt mir auch Ruhe und Struktur zum Abschluss des Tages. Die bewusste Zubereitung und das Essen unterstützen mich mental ebenso wie körperlich.

Was ist Psychoneuroimmunologie (PNI)?

Die Psychoneuroimmunologie ist ein Forschungsgebiet, das untersucht, wie Psyche, Nervensystem und Immunsystem miteinander interagieren. Vereinfacht gesagt: Wie Gedanken und Gefühle auf die körperliche Gesundheit wirken – und umgekehrt.

Ursprünglich war die Vorstellung weit verbreitet, dass Körper und Geist getrennte Systeme seien. Heute wissen wir, dass emotionale Belastungen messbare Veränderungen im Immunsystem hervorrufen können, etwa durch die Freisetzung von Stresshormonen wie Cortisol. Gleichzeitig beeinflussen körperliche Faktoren, wie etwa chronische Entzündungen, unser psychisches Wohlbefinden. Dieses Wissen eröffnet wichtige Perspektiven, vor allem wenn es um Resilienz – also psychische Widerstandsfähigkeit – geht.

Wie Ernährung die Resilienz beeinflusst

Ernährung spielt im Rahmen der PNI eine entscheidende Rolle, weil sie direkt auf das Immunsystem einwirkt. So gibt es Lebensmittel, die chronische Entzündungen im Körper fördern, wie etwa Zucker, Alkohol und hoch verarbeitete Lebensmittel. Andere hingegen, wie Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte oder Nüsse, können Entzündungen reduzieren und damit einen positiven Einfluss auf das Immunsystem ausüben. Studien der Psychoneuroimmunologie zeigen: Eine entzündungshemmende Ernährung wirkt sich auch positiv auf unsere Psyche aus.

Ein zentraler Mechanismus ist die Darm-Hirn-Achse: Unser Darm enthält ein komplexes Mikrobiom – Billionen von Mikroorganismen, die nicht nur die Verdauung unterstützen, sondern auch wichtige Botenstoffe für unser Gehirn produzieren. Diese beeinflussen unser Denken, Fühlen und Handeln unmittelbar. Beispielsweise beeinflussen Bakterien im Darm die Produktion von Serotonin, einem Neurotransmitter, der maßgeblich unsere Stimmung und unser Wohlbefinden reguliert.

Von Farben und Vielfalt – die praktische Umsetzung

Mit meinem abendlichen Salat greife ich diese Zusammenhänge auf: Durch bewusste Auswahl frischer Zutaten unterstütze ich mein Mikrobiom, stärke mein Immunsystem und fördere meine psychische Stabilität. Die Farbvielfalt bringt dabei nicht nur Freude, sondern auch funktionale Vielfalt auf den Teller:

  • 🍅 Rotes Gemüse wie Paprika oder Tomaten enthält Lycopin, ein starkes Antioxidans.
  • 🥬 Grünes Blattgemüse liefert Folsäure und Chlorophyll, wichtig für Zellschutz und Blutbildung.
  • 🥕 Orangefarbene Sorten wie Karotten oder Süßkartoffeln sind reich an Beta-Carotin, einer Vorstufe von Vitamin A.

Jede Farbe steht für bestimmte sekundäre Pflanzenstoffe – gemeinsam wirken sie entzündungshemmend, antioxidativ und regulierend.

Psychologische Wirkung: Struktur und Achtsamkeit

Abgesehen von den biochemischen Effekten trägt mein abendliches Salat-Ritual zur psychologischen Resilienz bei. Der Akt der Zubereitung ist eine Form der Achtsamkeit, ein bewusster Moment der Ruhe und Struktur. Diese Routinen sind bekannt dafür, Stress abzubauen und Gefühle von Kontrolle und Sicherheit zu vermitteln – gerade in hektischen oder belastenden Phasen.

Darüber hinaus vermittelt mir die bewusste Zubereitung das Gefühl, mich gut um mich selbst zu kümmern. Selbstfürsorge ist ein entscheidender Baustein psychischer Gesundheit und Widerstandsfähigkeit. Es ist nicht nur die Ernährung, sondern das bewusste Wahrnehmen und Wertschätzen der eigenen Handlung, die hier stabilisierend wirkt.

Ernährung als Einstieg in Veränderung

Viele Menschen erleben, dass Veränderungen im Essverhalten leichter zugänglich sind als andere Lebensbereiche. Wer spürt, dass frische, nährstoffreiche Lebensmittel das Wohlbefinden verbessern, erfährt direkt Rückmeldung vom eigenen Körper. Daraus entsteht Motivation, weitere Schritte zu gehen. Ernährung wird so zu einem Einstieg – in mehr Bewusstsein, in neue Routinen, in eine stärkere innere Haltung.

Resilienz stärken durch Ernährung

Resilienz lässt sich stärken – durch Ernährung, durch Routinen, durch bewusste Gestaltung. Mein Salat am Abend steht sinnbildlich für diese Verbindung: einfache, greifbare Mittel mit nachhaltiger Wirkung. Es braucht keine Perfektion, sondern wiederholbare Impulse. Wer sich regelmäßig nährstoffreich versorgt, stärkt nicht nur sein Immunsystem, sondern auch seine psychische Belastbarkeit.

Die Erkenntnisse der Psychoneuroimmunologie machen diese Zusammenhänge nachvollziehbar. Und sie zeigen: Resilienz beginnt im Alltag – manchmal mit einem Teller Salat zur rechten Zeit.

Weiterführende Literatur zu dem Thema habe ich in meiner Literaturliste zusammengestellt.

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