AVGS-Gutschein beantragen: So bereiten Sie das Gespräch mit der Arbeitsagentur vor

Immer wieder erreichen mich Anrufe und Nachrichten von Menschen, die sich für ein individuelles AVGS-Coaching interessieren und unsicher sind, wie sie das am besten mit ihrer Arbeitsagentur oder ihrem Jobcenter besprechen. Häufig kennen sie den Ablauf noch nicht genau oder wissen nicht, dass sie ihren Bedarf aktiv und konkret benennen sollten. Dieser Beitrag zeigt Ihnen, worauf es bei diesem Gespräch ankommt, damit Sie gut vorbereitet hineingehen.

Was der AVGS ist

Der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) ist in § 45 SGB III geregelt. Er bescheinigt, dass bei Ihnen die Voraussetzungen für eine Förderung vorliegen, und legt Maßnahmeziel und -inhalt fest. Mit dem Gutschein wählen Sie selbst einen zugelassenen Träger — die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter übernimmt die Kosten direkt mit diesem Träger.

Die Ausstellung erfolgt im Rahmen einer individuellen Prüfung durch die zuständige Fachkraft, die dabei auf Ihre persönliche Situation eingeht. Je klarer Sie Ihren Bedarf schildern können, desto einfacher ist dieses Gespräch für beide Seiten.

Wer den AVGS beantragen kann

Förderberechtigt sind laut Gesetz Ausbildungssuchende, Arbeitsuchende und von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen. Das schließt ausdrücklich auch Menschen ein, die noch in einem Beschäftigungsverhältnis stehen, aber zum Beispiel eine Kündigung erhalten haben oder deren befristeter Vertrag ausläuft. Sie müssen also nicht bereits arbeitslos sein, um Anspruch auf ein Beratungsgespräch über den AVGS zu haben.

Gespräch und Beratung vorbereiten – AVGS bei der Arbeitsagentur beantragen

So bereiten Sie sich auf das Gespräch vor

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Formulieren Sie Ihren konkreten Bedarf

Die Fachkraft entscheidet danach, ob eine Maßnahme zur Verringerung oder Beseitigung von Vermittlungshemmnissen beiträgt. Das können fehlende berufliche Orientierung, Unsicherheit im Bewerbungsprozess, gesundheitliche Belastung nach einer schwierigen beruflichen Phase oder eine anstehende berufliche Transformation sein. Je konkreter Sie benennen können, wobei Sie Unterstützung brauchen, desto leichter fällt der Fachkraft die Entscheidung.

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Bringen Sie Träger und Maßnahme mit

Die Vermittlungsfachkraft darf Ihnen aus Neutralitätsgründen keinen bestimmten Anbieter empfehlen — das müssen Sie selbst tun. Es hilft erheblich, wenn Sie bereits wissen, bei welchem AZAV-zertifizierten Träger und mit welcher konkreten Maßnahme Sie den Gutschein einlösen möchten. Ein kostenfreies Erstgespräch beim Coaching-Anbieter Ihrer Wahl – vor dem eigentlichen Antrag – ist dafür der übliche und sinnvolle Weg.

Wenn neben dem Einzelcoaching auch eine Gruppenmaßnahme zur Sprache kommt

Neben individuellem Coaching gibt es auch geförderte Gruppenangebote, die für manche Situationen gut geeignet sind. Wenn Sie für sich einschätzen, dass ein individuelles Coaching Ihrem Bedarf besser entspricht, hilft es, das im Gespräch klar und sachlich zu begründen:

Sachliche Begründung im Gespräch

Worauf Sie sich stützen können:

  • Passgenauigkeit beschreiben: Schildern Sie konkret, welchen Unterstützungsbedarf Sie haben, und warum ein individuelles Format diesen Bedarf passgenauer abdeckt als ein allgemeineres Angebot.
  • Diskretion und geschützter Rahmen: Wenn persönliche oder belastende Themen Teil der Aufarbeitung sind, lässt sich der Wunsch nach einem Einzelsetting sachlich begründen – ohne die eigene Situation im Detail auszubreiten.
  • Wirtschaftlichkeit im Gesamtvergleich: Ein Einzelcoaching wirkt pro Stunde zunächst kostenintensiver. Entscheidend ist jedoch oft der Gesamtaufwand bis zum Ziel – eine kürzere, fokussierte Begleitung kann insgesamt genauso wirtschaftlich sein wie eine länger laufende Gruppenmaßnahme.
  • Eigenes Angebot mitbringen: Es hilft, wenn Sie bereits ein konkretes Angebot eines AZAV-zertifizierten Trägers vorliegen haben, das Sie in das Gespräch einbringen können.
  • Bei Unsicherheit schriftlich nachfragen: Ein kurzes schriftliches Anliegen mit Begründung ist eine gute Ergänzung, falls im Gespräch noch offene Fragen bleiben.
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Stellen Sie den Antrag – notfalls schriftlich

Der Antrag ist formlos möglich: persönlich im Gespräch, telefonisch oder schriftlich. Oft reicht das mündliche Gespräch mit der zuständigen Fachkraft. Führt das nicht zum Ziel, ist ein zusätzlicher schriftlicher Antrag mit Begründung eine bewährte Vorgehensweise.

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Rechnen Sie mit wenigen Tagen bis wenigen Wochen Bearbeitungszeit

Die Bearbeitung kann bei einer Entscheidung im Gespräch sofort erfolgen, in anderen Fällen dauert sie einige Tage bis Wochen. Der AVGS selbst ist danach in der Regel einige Monate gültig – die Maßnahme muss innerhalb dieser Frist beginnen, darf aber darüber hinaus laufen.

Was mit dem Gutschein passiert, sobald Sie ihn haben

Sie legen den AVGS bei Ihrem gewählten Träger vor. Dieser reicht den Gutschein vor Beginn der Maßnahme bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter ein. Erst danach beginnt das Coaching.

Für Sie als Teilnehmerin oder Teilnehmer entstehen zu keinem Zeitpunkt Kosten – die Abrechnung erfolgt direkt zwischen Träger und Agentur für Arbeit oder Jobcenter.

Warum die Wahl des Trägers nicht beliebig ist

Nicht jeder Coach kann einen AVGS entgegennehmen. Träger benötigen dafür eine Zulassung durch eine unabhängige fachkundige Stelle im Rahmen eines AZAV-Zertifizierungsverfahrens. Diese Prüfung stellt sicher, dass Qualität, Konzept und Durchführung der Maßnahme den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Für Sie als Teilnehmerin oder Teilnehmer ist das ein verlässliches Qualitätssignal – unabhängig davon, wie die Maßnahme im Detail beworben wird.

Im AVGS-Coaching München begleite ich Sie im Auftrag der Profesco GmbH (AZAV-zertifizierter Träger) – von der Klärung Ihres Anliegens bis zur konkreten Maßnahme.

Sabine Maier – Resilienz Coach München
Über die Autorin

Sabine Maier – Resilienz Coach & Heilpraktikerin für Psychotherapie

Sie überlegen, ob ein AVGS-Coaching zu Ihrer Situation passt? Im kostenfreien Erstgespräch schauen wir gemeinsam auf Ihre Situation, klären, welches Programm passt, und ich erkläre Ihnen, wie Sie das Gespräch mit Ihrer Arbeitsagentur oder Ihrem Jobcenter konkret vorbereiten.

Zum AVGS-Coaching →
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