Es gibt Momente im Leben, in denen das äußere Gefüge ins Wanken gerät oder schlichtweg stagniert. Oft suchen wir die Lösung dann im Außen, versuchen Strategien zu entwerfen oder Rollen noch perfekter auszufüllen. Doch Resilienz und Souveränität entstehen nicht durch das Optimieren einer Funktion. Sie entstehen im Inneren, dort, wo wir uns selbst als fühlendes, lebendiges Wesen begegnen.
Nach einer langen Zeit der Bewegung an verschiedenen Orten in und um München – von Grasbrunn bis zum Sendlinger Tor – habe ich meine Arbeit nun an einem festen Punkt konzentriert. Seit Kurzem empfange ich Sie am Oskar-von-Miller-Ring 29. Dieser Wechsel in die Maxvorstadt ist für mich weit mehr als ein Umzug; es ist eine bewusste Entscheidung für die Bündelung von Energie und die Schaffung eines Ortes, der ganz im Dienste der menschlichen Begegnung und der physiologischen Selbstregulation steht.
Warum der Raum ein Teil des Prozesses ist
Wenn wir an tiefsitzenden Mustern arbeiten, an Stressreaktionen oder dem Gefühl, den Kontakt zu sich selbst verloren zu haben, ist die Umgebung kein bloßes Dekor. Der Raum ist der erste Interaktionspartner für unser Nervensystem. Bevor wir das erste Wort gewechselt haben, scannt unser biologisches System die Umgebung auf Sicherheit.
Die Ästhetik der Entlastung
In der Gestaltung der neuen Räume habe ich konsequent auf alles verzichtet, was das System überfordern könnte.
- Farbwelt & Licht: Cremefarbene, dezente Töne und eine indirekte, sanfte Beleuchtung signalisieren dem Gehirn: Hier gibt es keine akute Gefahr, hier darfst du weich werden. Harte Kontraste und grelles Licht halten uns oft in einer unterschwelligen Alarmbereitschaft. Hier am Oskar-von-Miller-Ring darf dieser Schutzpanzer schmelzen.
- Ablenkungsfreie Klarheit: Mit bewusst wenigen Möbeln schaffen wir Platz für das, was Sie mitbringen. Ein leerer Raum ist kein Mangel, sondern eine Einladung. Er erlaubt es der Aufmerksamkeit, vom Außen ins Innen zu wandern.
Der Mensch im Zentrum: Jenseits von Rollen und Funktionen
In meinem Coaching begegne ich Ihnen als Mensch. Es spielt keine Rolle, welchen Titel Sie tragen oder in welchem hierarchischen Gefüge Sie sich bewegen. Was zählt, ist Ihre aktuelle Erfahrung: Wie fühlen Sie sich in Ihrem Körper? Wie reguliert sich Ihr Nervensystem in Momenten des Drucks?
Physiologische Selbstregulation: Die Sprache des Körpers verstehen
Oft haben wir gelernt, unseren Körper wie ein Werkzeug zu behandeln, das funktionieren muss. Doch in Krisen oder Phasen der Erschöpfung verweigert dieses Werkzeug oft den Dienst. Wir arbeiten im Coaching direkt mit Ihrer Physiologie. Statt nur über Erlebnisse zu sprechen, spüren wir ihnen nach.
- Anleitung von Übungen: Ich leite Sie aktiv dabei an, die Signale Ihres Körpers wieder wahrzunehmen. Wir üben Techniken der Selbstregulation, die nicht im Kopf anfangen, sondern im Atem, in der Muskelspannung und in der Erdung.
- Die Präsenz im Raum: Das vis-à-vis in Präsenz ermöglicht eine Resonanz, die digital kaum erreichbar ist. Ich spiegele Ihnen feine Veränderungen in Ihrer Mimik oder Körperhaltung, die Ihnen helfen, Ihre eigenen Zustände besser zu verstehen und schließlich selbst zu steuern.
Selbstmitgefühl als radikale Akzeptanz
Ein zentraler Pfeiler meiner Arbeit ist das Kultivieren von Selbstmitgefühl. Dies ist kein passives „Sich-Bemitleiden“, sondern eine aktive, kraftvolle Zuwendung zu sich selbst – besonders dann, wenn es schwierig ist. In der ruhigen Atmosphäre meiner Praxis erlernen Sie, den inneren Kritiker gegen eine unterstützende Stimme einzutauschen. Diese Form der emotionalen Regulation ist das Fundament für jede nachhaltige Veränderung.
Konkrete Arbeit am Unveränderlichen
Wir alle begegnen Situationen, die wir nicht kontrollieren können. Die Herausforderung liegt darin, inmitten dieser Unveränderlichkeit handlungsfähig zu bleiben.
- Stärken- und Wertearbeit: Am Flipchart machen wir Ihre inneren Ressourcen sichtbar. Wir nutzen Kartensets als haptische Brücke zu Ihren Werten. Wenn Sie spüren, was Sie im Kern trägt, verliert das Chaos im Außen seine bedrohliche Macht.
- Verschriftlichung: Das Festhalten von Erkenntnissen im Raum hilft, den Prozess zu verankern. Es ist eine Form der Selbstvergewisserung: „Das bin ich. Das steht mir zur Verfügung.“
Die Konsolidierung: Ein zentraler Standort in München
Der Weg von fünf Standorten hin zu diesem einen Ort am Oskar-von-Miller-Ring war für mich ein Weg der Wesentlichkeit. In der Maxvorstadt, nur wenige Minuten vom Odeonsplatz entfernt, habe ich einen Rahmen geschaffen, der stimmig mit meiner Haltung und meiner Arbeitsweise ist.
Die Praxis liegt diskret in einem Rückgebäude. Diese Abgeschiedenheit mitten in der Stadt bietet Ihnen Schutz und Anonymität.
Durch die Bündelung meiner Kräfte an diesem Standort kann ich Ihnen nun vermehrt Zeit für Erstgespräche vor Ort anbieten. Es ist mir ein Anliegen, dass Sie den Raum und meine Arbeitsweise ohne Druck kennenlernen können.