Vielleicht kennen Sie das Gefühl: Sie funktionieren seit Jahren auf einem hohen Niveau, erledigen Ihre Aufgaben mit Präzision und einer Verlässlichkeit, die von anderen geschätzt wird. Und doch schleicht sich eine leise, fast ungreifbare Erschöpfung ein. Ein Gefühl von Stillstand, obwohl sich im Außen alles so rasend schnell dreht. Viele von uns haben gelernt, dass wir einfach nur „stark“ sein müssen – dass Resilienz bedeutet, den Druck so lange auszuhalten, bis der Sturm vorüberzieht. Doch was, wenn der Sturm heute zur Normalität gehört?
Wahre Souveränität entsteht nicht mehr durch das bloße Aushalten. Sie entsteht durch die Fähigkeit, innerlich beweglich zu bleiben, wenn es im Außen eng wird.
In meiner Arbeit am Standort München nutze ich hierfür die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT). Dabei geht es darum, wie Sie Ihre Handlungsfähigkeit zurückgewinnen – nicht durch noch mehr Selbstoptimierung oder Disziplin, sondern durch eine neue Art der Selbstfürsorge, die auf radikaler Eigenverantwortung und innerer Freiheit basiert.
Das Hexaflex: Ein Kompass für Ihre innere Freiheit

Stellen Sie sich ACT wie ein Prisma vor, das Ihre aktuelle Erfahrung in sechs wesentliche Bereiche teilt. Wenn wir diese Bereiche im Coaching gemeinsam betrachten, geht es mir darum, die Aufmerksamkeit sanft und präzise zu lenken. So werden Sie vom Getriebenen Ihrer eigenen Gedanken wieder zum Gestalter Ihrer Biografie.
Kognitive Defusion: Wenn Gedanken wieder leiser werden
Wir neigen dazu, jedes Wort zu glauben, das unser Verstand uns den lieben langen Tag erzählt. Besonders die kritischen, mahnenden Stimmen haben oft ein lautes Megafon: „Das schaffe ich nie“, „Ich bin nicht kompetent genug für diese Verantwortung“, „Wenn ich jetzt nachlasse, bricht alles zusammen“.
Defusion bedeutet, einen behutsamen Schritt zurückzutreten. Wir üben gemeinsam, diese Sätze als das zu sehen, was sie wirklich sind: vorübergehende mentale Ereignisse, Gehirn-Aktivität, ein „Radiosender“, der im Hintergrund läuft – aber keine unumstößliche Wahrheit über Sie als Mensch. Diese Distanz schafft sofort spürbaren Raum zum Atmen und verhindert, dass ein einzelner Gedanke Ihren ganzen Tag diktiert.
Akzeptanz: Den Kampf beenden
Dies ist der wohl wichtigste und zugleich herausforderndste Teil von ACT. Akzeptanz bedeutet hier ausdrücklich nicht, schwierige Situationen im Außen einfach gutzuheißen. Es geht vielmehr um die Akzeptanz Ihrer unangenehmen inneren Erlebnisse.
Oft verbringen wir unsere Tage damit, Gefühle wie Angst, Versagensstress oder Frustration wegzudrücken, weil wir glauben, sie stünden unserem Erfolg im Weg. Doch dieser Widerstand gegen das eigene Fühlen bindet enorme Ressourcen. Akzeptanz bedeutet, diesen inneren Kampf aufzugeben. Wir lernen, den schwierigen Gefühlen einen Platz einzuräumen, sie wahrzunehmen, ohne von ihnen beherrscht zu werden. Wenn Sie aufhören, Ihre Energie für das Unterdrücken von Stress zu verbrauchen, steht Ihnen diese Kraft plötzlich wieder für Ihr eigentliches Handeln zur Verfügung.
Achtsamkeit: Die Rückkehr in den Moment
Oft sind wir mit unseren Sorgen schon beim Termin am nächsten Donnerstag oder hängen noch in der Analyse eines Gesprächs von gestern fest. Dabei findet echte Wirksamkeit und echtes Leben ausschließlich im „Jetzt“ statt.
In unserem Coaching lernen Sie, die Aufmerksamkeit behutsam in den gegenwärtigen Moment zurückzuholen. Das ist angewandte Neurowissenschaft: Es beruhigt Ihr Nervensystem und macht Sie wieder empfänglich für die Zwischentöne und Ressourcen, die Sie im Stress oft übersehen. Sie nehmen wieder wahr, was gerade wirklich zählt.
Selbst als Kontext: Sie sind der sichere Ort
Dies ist vielleicht der tiefste Aspekt von ACT. Viele Menschen, die zu mir kommen, haben sich fast vollständig mit ihrer beruflichen Rolle identifiziert. Wenn die Rolle wackelt, wackelt das ganze Selbstbild.
Doch Sie sind nicht Ihre Rolle, nicht Ihre Leistung und auch nicht Ihre Fehler. Sie sind der „Kontext“ – der weite, sichere Raum, in dem all diese Erfahrungen stattfinden. Stellen Sie es sich wie den Himmel vor: Das Wetter (Ihre Gedanken und Gefühle) kann stürmisch oder sonnig sein, aber der Himmel selbst bleibt davon unberührt. Dieses Bewusstsein schenkt Ihnen eine enorme Stabilität, die völlig unabhängig von Hierarchiestufen oder Projekterfolgen existiert.
Werte: Ihr Nordstern in der Transformation
Es ist essenziell, zwischen Zielen und Werten zu unterscheiden. Ein Ziel ist etwas, das man erreicht und dann „abhakt“ – wie ein Berggipfel. Ein Wert hingegen ist die Himmelsrichtung, in die Sie wandern wollen. Er endet nie.
Werte wie „Integrität“, „Kreativität“ oder „Beitrag“ sind Ihr persönlicher Nordstern. Sie geben Ihnen auch dann eine Richtung, wenn der Pfad vor Ihnen im Nebel liegt. Gemeinsam arbeiten wir heraus, was Ihnen wirklich wichtig ist, damit Sie Entscheidungen treffen können, die sich auch nach Feierabend noch richtig und stimmig anfühlen.
Engagiertes Handeln: Kraftvolle Bewegung
Alles Verstehen und Reflektieren bleibt wirkungslos, wenn es nicht in eine neue Form der Bewegung mündet. ACT ist eine Handlungstherapie. Wir schauen ganz konkret: Was ist der kleinste, absolut machbare Schritt, den Sie heute im Einklang mit Ihren Werten gehen können?
Veränderung entsteht meist nicht durch einen einzigen gewaltigen Kraftakt, sondern durch die Summe vieler kleiner, werteorientierter Entscheidungen. So gestalten Sie Schritt für Schritt ein Leben und eine eine Karriere, die wirklich zu Ihnen passt.
Ein Moment der echten Veränderung: Die Geschichte von Benjamin
Ich möchte Ihnen von Benjamin (Name geändert) erzählen, einem leitenden Angestellten, der nach fast zwei Jahrzehnten in seiner Branche das Gefühl hatte, innerlich „ausgehöhlt“ zu sein. Er kam zu mir mit dem Wunsch, seine alte Effizienz zurückzugewinnen. Er wollte wieder „funktionieren“, wie er es nannte.
Doch in unseren Gesprächen in meiner Praxis in München wurde schnell deutlich: Benjamin hatte vor lauter Pflichtgefühl und dem Wunsch, äußeren Erwartungen zu entsprechen, den Kontakt zu dem verloren, was ihn früher einmal begeistert hatte. Er war zum reinen Verwalter seiner eigenen Erschöpfung geworden.
Statt ihn zu noch mehr Disziplin zu drängen, nutzten wir die ACT-Prinzipien, um den Fokus behutsam auf das Vorhandene zu lenken:
- Erleichterung: Benjamin durfte sich im geschützten Rahmen eingestehen, dass er die aktuelle Art der Zusammenarbeit in seinem Umfeld als belastend empfand. Das war kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Akt der Akzeptanz. Der Druck, dies verbergen zu müssen, wich einer ersten Entspannung.
- Wiederentdeckung: Durch biografische Wertearbeit erinnerten wir uns an seine Anfänge. Er entdeckte den Wert der „Mentorenschaft“ wieder. Es war ihm wichtig, Wissen weiterzugeben und junge Talente wachsen zu sehen, statt sich nur in administrativen Details aufzureiben.
- Neue Souveränität: Er fing an, sich gezielt Zeitfenster für Coaching-Gespräche mit seinem Team zu schaffen. Er veränderte nicht seinen Job, aber er veränderte die Art, wie er ihn ausführte.
Benjamin wurde nicht „effizienter“ im Sinne eines Hamsterrads. Er wurde wirksamer, präsenter und vor allem: zufriedener. Er lernte, sich selbst als den sicheren Kontext für seine berufliche Entwicklung zu begreifen, was ihm die Freiheit gab, proaktiv zu navigieren, anstatt nur auf Krisen zu reagieren.
Warum biografische Sinnstiftung den Unterschied macht
Im Coaching geht es mir darum, Ihre bereits vorhandenen, oft nur „geparkten“ Interessen wieder zu reaktivieren. Wir schauen uns an, was Sie in der Vergangenheit durch schwierige Phasen getragen hat. Psychologische Souveränität bedeutet nämlich auch, die eigene Geschichte als Ressource zu begreifen.
Indem wir präzise Sprache als Werkzeug nutzen, verändern wir Ihre Wahrnehmung. Wir definieren Situationen neu – weg von der Problembeschreibung („Ich stecke fest“), hin zur Entwicklungsaufgabe („Ich befinde mich in einer Phase der Neuausrichtung meiner Prioritäten“). Diese konstruktive Definition verändert nicht nur Ihre emotionale Reaktion, sondern öffnet den Raum für strategisches Handeln.
Mein Angebot: Begleitung mit Bewegung
Souveränität ist kein statisches Ziel, das man einmal erreicht und dann für immer besitzt. Es ist eine lebenslange Fähigkeit, ein Weg, den man geht. Als Ihre Begleiterin unterstütze ich Sie hier in München dabei, diesen Weg mit einer Haltung von Neugier und Wohlwollen sich selbst gegenüber zu beschreiten.
Wir arbeiten fundiert nach ACT und hypnosystemisch, bei Bedarf körperorientiert. Im Zentrum steht Ihre Handlungsfähigkeit.
Wenn Sie spüren, dass es Zeit für eine neue Form der Bewegung in Ihrem Leben ist, dann freue ich mich darauf, Sie kennenzulernen. Gemeinsam erweitern wir Ihr Handlungsrepertoire, damit Sie als souveräner Gestalter Ihres eigenen Weges erleben.
FAQ: Fragen, die Sie vielleicht beschäftigen
Was ist der Kern der Akzeptanz in ACT?
Es geht vor allem um die Akzeptanz Ihrer inneren Welt. Statt unangenehme Gefühle oder Gedanken zu bekämpfen, lernen Sie, ihnen Raum zu geben. Das Paradoxe daran: Wenn wir aufhören, gegen unsere Angst zu kämpfen, verliert sie oft ihren lähmenden Griff.
Muss ich bei ACT über meine Vergangenheit sprechen?
ACT ist sehr gegenwartsorientiert. Natürlich prägt uns unsere Biografie, und wir nutzen diese Erkenntnisse zur Sinnstiftung, aber unser Fokus liegt darauf, wie Sie heute werteorientiert handeln können.
Wie schnell sind Ergebnisse spürbar?
Erste Veränderungen in der Wahrnehmung stellen sich oft unmittelbar ein, sobald man lernt, Gedanken als das zu sehen, was sie sind (Defusion). Die tiefe Verankerung in den eigenen Werten ist ein bereichernder Prozess, der sich Schritt für Schritt entfaltet.
ACT ist eine Therapieform, kann ich auch zur Psychotherapie zu Ihnen kommen?
Für Selbstzahler biete ich auch Psychotherapie Einzelsitzungen und ACT für Gruppen an. Mehr über meine Angebote finden Sie auf www.hp-psychotherapie-maier.de